Reformationsjubiläum 2017 in Göttingen
Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungsreihen, Reisen und Ausstellungen, die über einen längeren Zeitraum stattfinden werden.
Sie sind auch als Einzeltermine unter "Unsere nächsten Termine" (siehe links) zu finden. Die gewesenen Veranstaltungen, Reisen und Ausstellungen finden Sie unter "Gewesenes"


Der 'Herbst des Mittelalters' und die Reformation

Das Tagesprojekt "Der 'Herbst des Mittelalters' und die Reformation" im Geisteswissenschaftlichen Schülerlabor YLAB der Universität Göttingen wendet sich zunächst dem Begriff der Krise als Bezeichnung historischer Umbruchsprozesse zu. Die kulturellen Polaritäten des späten Mittelalters werden beleuchtet, um vor dieser Folie Luthers Transformation der Frömmigkeit beleuchten zu können. Anhand der Analyse frühneuzeitlicher Flugschriften und illustrierter Flugblätter wird das Zusammenwirken von Medienrevolution und Reformation erfahrbar. Wie die Reformation praktisch umgesetzt wurde, wird anhand von zeitgenössischen Berichten zur Einführung der Reformation in Göttingen analysiert. Anhand der "Zwölf Artikel" der Bauernschaft wird der Zusammenhang von Reformation und Bauernkriegen erarbeitet bevor die politischen Auswirkungen im Zuge der "Fürstenreformation" untersucht werden. Rezeptionsweisen der Reformation werden anhand von Lutherbildern der vergangenen 500 Jahre in den Blick genommen.
Der Workshop kann nach Absprache auch um ein Modul erweitert werden, das die Ausstellung "1529 – Aufruhr und Umbruch" (bis 31.12.2017 im Städtischen Museum Göttingen) einbezieht.

Organisatorisches
Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe
  • kann von Gruppen bis zu 30 Personen im Kurs- bzw. Klassenverband sowie von Einzelinteressierten besucht werden
  • dient der Abiturvorbereitung
  • dauert in der Regel 6-7 Stunden
  • kostet nur  2 €/TeilnehmerIn
(-> Weitere Informationen)


Kirchenpädagogik im Reformationsjubiläumsjahr

Das Jahresprogramm vom Bettina Lattke, der Diakonin für Kirchenpädagogik im Kirchenkreis Göttingen, steht ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Sie gestaltet Führungen durch die Innenstadtkirchen und im Städtischen Museum Göttingen. Unter dem Titel "Aus tiefer Not schrei ich zu dir – eine Woche aus der Göttinger Reformationsgeschichte" steht das Angebot eines Stadtspaziergangs,  das in der St. Marienkirche beginnt. Dort sind katholische Elemente zu sehen und ein Gewölbestein weist auf die "Alten Wollenweber", die die Reformation 1529 einleiteten hin. Das damalige Klosterleben Göttingens wird an der Paulinerkirche geschildert. Auf dem Marktplatz wird die damalige Auseinandersetzung zwischen Rat und Bürgerschaft erläutert. Der Weg endet mit der Besichtigung der Buntglasfenster in der St. Jacobikirche.

"500 Jahre Reformation in 500 Minuten – Was jeder über die Reformation wissen sollte"

Vortragsreihe im Pfarrheim St. Paulus, Wilhelm-Weber-Straße 15, 37073  Göttingen.
Die Vorträge finden jeweils im Anschluss an den Gottesdienst statt. In der Zwischenzeit lädt die Gemeinde zum Kirchenkaffee ein.
19. Februar 2017, 11 Uhr:
     "Sehnsucht und Sorglosigkeit? Am Vorabend der Reformation"
     PD DDr. Jörg Bölling, Göttingen
11. Juni 2017, 11 Uhr c.t.:
     Die Deutung Luthers und der Reformation – ein Durchgang durch die Jahrhunderte
     Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Kaufmann, Lehrstuhl für Kirchengeschichte, Göttingen
20. August 2017, 11 Uhr c.t.:
     Der Beitrag der Reformierten zur Reformation der Kirche
     Dr. Martin Heimbucher, Leer; Präsident der Reformierten Kirche in Deutschland
29. Oktober 2017, 11 Uhr c.t.:
      "Lernwege in der Ökumene. Reformatorisches Gedankengut in der (Römisch-) Katholischen Kirche"
      Prof. Dr. Dorothea Sattler, Leiterin Ökumenisches Institut, Münster
10. Dezember 2017, 11 Uhr c.t.:
      Ökumene: Heilung der Erinnerung – Blick zurück und in die Zukunft
      Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Hamburg



Bachkantaten zu Lutherliedern

(12.01.2017) Göttinger Chöre und Kantoreien beginnen am kommenden Wochenende mit einem ganz besonderen Projekt. Mit Unterstützung des Kirchenkreises und des Kulturbüros Göttingen führen sie im Reformationsjubiläumsjahr alle Kantaten von Johann Sebastian Bach auf, denen Lieder von Martin Luther als Textgrundlage dienen.
Am kommenden Sonntag, dem 15. Januar 2017, singt um 11.30 Uhr im Gottesdienst in der Universitätskirche St. Nikolai der Universitätschor der Georg-August-Universität die Kantate „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ (BWV 178).
Superintendent Friedrich Selter als Schirmherr schreibt in einem Vorwort zu diesem Projekt: "Auch in der Musik hat sich die Reformation verwirklicht. Martin Luther übersetzte nicht nur die Bibel ins Deutsche, sondern fasste auch für ihn zentrale theologische Gedanken in Lieder. Er dichtete mehr als 30 Choräle und komponierte teilweise auch die Melodien dazu. Der Kirchenkreis Göttingen unterstützt diese Reihe geistlicher Musik und fördert damit zugleich, dass hier eine Kooperation Göttinger Chöre und Kantoren auch über Konfessionsgrenzen hinaus entstanden ist – Grenzen, die beim Musizieren und bei der Verkündigung des Evangeliums keine Rolle mehr spielen."
Alle Termine im Überblick:
Sonntag • 15. Januar 2017 • 11.30 Uhr • St. Nikolaikirche:
Wo Gott der Herr nicht bei uns hält (BWV 178)
Sonntag • 22. Januar 2017 • 11.00 Uhr • St. Johanniskirche:
Ein feste Burg (BWV 80)
Sonntag • 26. Februar 2017 • 10.00 Uhr • Stephanuskirche:
Herr Gott, dich loben wir (BWV 16)
Sonntag • 26. Februar 2017 • 16.00 Uhr • St. Jacobikirche:
Mit Fried und Freud (BWV 125)
Samstag • 4. März 2017 • 18.30 Uhr • Citykirche St. Michael:
Ach Gott, vom Himmel sieh darein (BWV 2)
Sonntag • 5. März 2017 • 10.00 Uhr • St. Petrikirche Grone:
Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir (BWV 131)
Sonntag • 26. März 2017 • 11.00 Uhr • St. Martinkirche:
Aus tiefer Not (BWV 38)
Ostersonntag • 16. April 2017 • 11.00 Uhr • St. Johanniskirche:
Christ lag in Todesbanden (BWV 4)
Sonntag • 18. Juni 2017 • 11.30 Uhr Universitätskirche St. Nikolai:
Erhalt uns Herr, bei deinem Wort (BWV 126)
Samstag • 11. November 2017 • 20.00 Uhr • St. Pauluskirche:
Christ, unser Herr zum Jordan kam (BWV 7)
(-> Flyer mit allen Terminen zum Download)



SELBER: singen, lesen, glauben, denken, reden • Fünfmal Tischreden in 5 KiNO

31. Oktober 2016, 31. Januar 2017, 31. März 2017, 31. August 2017 und 31. Oktober 2017
Orte: Klosterkrug, Dorfschänke, Dorfladen und andere Alltags-Orte

An fünf Abenden im bewährten Format "Tischreden in 5 KiNO" werden Grundgedanken der Reformation durchbuchstabiert. Fünf kurze Impulse mündiger Christinnen und Christen leiten ein offenes Rundgespräch ein. Dazu gibt es ein einfaches Abendessen und Musik von der Straße.
Weitere Informationen unter „Unsere nächsten Termine“



Evangelische Kirchenmusik nach Luther

eine Vortragsreihe zum Reformationsjubiläum von Pastor i.R. Rudolf Schmidt
vom 30. November 2016 bis zum 20. Dezember 2017, jeweils mittwochs um 18 Uhr im Gemeindehaus St. Johannis, Johanniskirchhof 2, 37073 Göttingen
Weitere Informationen unter "Unsere nächsten Termine"



OEKUMENE-IMPULSE

mit Prälat Heinz Voges im Jahr des Reformationsjubiläums 2016/2017
in St. Heinrich und Kunigunde, St.-Heinrich-Straße 5, 37081 Göttingen-Grone
Der Impuls dauert jeweils von 10-12 Uhr. Davor ist um 9 Uhr Gottesdienst.
Der Referent war Dechant des Dekanats Göttingen (1990-1998) und wohnt nun nach seiner Pensionierung wieder in Göttingen. Voges sagt: "Das 500-jährige Reformationsjubiläum ist im Kern ein Christusfest. Jesus Christus allein ist 'Herr im Hause' aller christlichen Kirchen: Katholiken, Orthodoxe, Lutheraner, Reformierte, Freikirchen. Nur durch ein gemeinsames 'Flagge zeigen' in einer christlichen Gemeinschaft sind wir glaubwürdig."
Mittwoch, 08.03.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine offene Gemeinschaft – Wann macht die Oekumene wieder große Sprünge?
Mittwoch, 05.04.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine geschwisterliche Gemeinschaft – Offensive gegen den Patriarchalismus!
Mittwoch, 03.05.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine Vertrauens-Gemeinschaft – Ausgrenzung ist ein Angriff auf Gott!
Mittwoch, 07.06.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine bekennende Gemeinschaft – Zum Christsein gehört ‚Farbe bekennen‘!
Mittwoch, 02.08.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine Lerngemeinschaft – Es gibt kein katholisches Kreuzzeichen!
Mittwoch, 06.09.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine Verwandtengemeinschaft – Zum Abendmahl sind alle Christen eingeladen!
Mittwoch, 04.10.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine mündige Gemeinschaft – Ihr seid Gottes Bau (1 Kor 3,16)!
Mittwoch, 08.11.2017
Oekumene-Impuls: Die christliche Gemeinde ist eine barmherzige Gemeinschaft – Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!




1529 – Aufruhr und Umbruch

Ausstellung im Städtischen Museum Göttingen vom 9. April bis 31. Dezember 2017

Göttingen im August 1529. Eine tödliche Seuche zieht durch das Land und bedroht das Leben in der Stadt. Einwohner und Rat beschließen etwas dagegen zu unternehmen. Eine Bittprozession soll Schutz für Stadt und Bewohner bringen.
Während der Prozession kommt es plötzlich zu einem Tumult: Eine Gruppe um die Neuen Wollenweber fängt an lauthals auf Deutsch zu singen.
Zwölf Jahre ist es bereits her, dass Martin Luther seine Thesen veröffentlicht hat. In einigen Gebieten Deutschlands setzt sich bereits die Reformation durch. Teilweise hat sie schon mit dem Widerstand der alten Kirche zu kämpfen. In Göttingen hingegen scheint bisher alles beim Alten zu bleiben. Noch 1528 bekennt sich der Rat zur alten Kirche.
Doch nun am 24.8.1529 – ohne längeren Vorlauf – kommt es zu einem plötzlichen Aufeinandertreffen der beiden Glaubensrichtungen. In der Folge führt dieses Ereignis ohne gefährliche Eskalation zu einem schnellen Erfolg der Reformation.
In der Ausstellung werden diese Abläufe und ihre langfristige Wirkung bis hin zur Gründung der Universität im 18. Jahrhundert genau nachgezeichnet.
Bisher noch nie gezeigte Objekte eröffnen Einblicke in das Leben der Menschen in Göttingen im 16. Jahrhundert. Andere, wohlbekannte Objekte, wie die der wertvollen Sammlung zur Kirchenkunst, erscheinen in einem neuen Licht und werden für diese Ausstellung erstmals in Bezug zu dem Denken und Handeln der Menschen gesetzt.
Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm: Vorträge, eine Quiz-App, eine Fahrt zu den "Neuen Wollenweber" in der Weberei Rosenwinkel, sowie ein museumspädagogisches Programm für Kinder und Schulen.
Vom 9. September bis 19. Oktober 2017 ist zusätzlich die Wanderausstellung "Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten" als Leihgabe der Evangelischen Kirche für Hessen und Nassau in der Alten Posthalterei zu sehen.

(alle ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen siehe links unter "Unsere nächsten Termine")


Ausstellung:
"Eingerollte Segel und volle Fahrt –
Bilder von Kirchen- und Staatsschiffen im Medienkrieg der Reformationszeit"

vom 21. Oktober bis zum 18. November 2017 in der St. Johanniskirche, Johanniskirchhof, 37073 Göttingen

Das Schiff des Staates und das Schiff der Kirche: beide Bilder haben eine lange Geschichte seit der Antike und dem frühen Christentum. In der Zeit der Reformation und Gegenreformation wurden die Bilder konfessionell ausgestaltet und gegeneinander in Stellung gebracht.
Die protestantischen Schiffe setzen die neuen theologischen Einsichten ins Bild: Christus wird prominent in der Mitte des Schiffes postiert (solus Christus), mit ihm die Laien. Sie haben unmittelbar Zugang zu ihm und sind daher alle gleich (sola gratia). Zugleich aber gehören sie verschiedenen Ständen an, um darin jeweils das Gemeinwohl zu fördern (status und Amt).
Die katholischen Schiffe zeigen dagegen eine sakramental-hierarchische Kirche. An Bord  sind der Papst, Kardinäle, Bischöfe, Ordensleute und Heilige. Die Laien, vom Kaiser bis zum  Bürger, sind zunächst draußen im Wasser. Nur über die priesterliche Vermittlung und die Fürbitte der Heiligen kommen sie ins Schiff hinein.
Der Bilderzyklus zeigt die Auflösung der mittelalterlichen Einheit von Kirche und Staat, den Prozess der Konfessionalisierung  des Christentums und schließlich das allmähliche Auseinandertreten von Religion und Politik. Kirchenschiffe und Staatsschiffe trennen sich voneinander und steuern eigene Kurse in Richtung moderner Staatlichkeit.

Die Ausstellung ist eine Leihgabe der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) und der Universität Bremen, Sonderforschungsbereich "Staatlichkeit im Wandel". Zusammengetragen und in einem Katalog und auf Informationstafeln politikgeschichtlich und theologiegeschichtlich kommentiert haben die Bilder Prof.Dr.Stephan Leibfried, Bremen, und der Göttinger Theologe und Pastoralpsychologe Wolfgang Winter.

(alle ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen siehe links unter "Unsere nächsten Termine")