Reformationsjubiläum 2017 in Göttingen

Informationen und Termine von regionalen Veranstaltungen in der Region Göttingen im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017

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Bild: Elisabeth von Calenberg-Göttingen – Ölgemälde, Kunstmuseum Stockholm, Schloss Gripsholm

Es muss Freiheit geben

Die Einführung der Reformation im Calenberger Land
(10.11.2017) Am Dienstag, dem 28. November 2017, um 19.30 Uhr hält Prof. Dr. Hans Otte einen Vortrag in der St. Christophoruskirche in Reinhausen. Der ehemalige Direktor des Landeskirchlichen Archivs Hannover und außerplanmäßiger Professor für niedersächsische Kirchengeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen erzählt von der Einführung der Reformation im Calenberger Land und schildert dies dynamische Ereignis bis zur Festigung des Protestantismus kurz vor der Wende zum 17. Jahrhundert.
An verschiedenen Orten, so auch im Calenberger Land, begannen etliche eine Erneuerung der Kirche zu fordern. Vorreiter dabei waren die Städte, sehr früh schon Göttingen, sowie einzelne Ritter für ihre Patronatskirchen.
Herzogin Elisabeth von Calenberg trat ihre Regierung im Fürstentum 1540 an und förderte die Reformation im Land entscheidend. 1542 erließ sie eine Kirchenordnung, darin wurden die Grundprinzipien einer evangelischen Kirche dargestellt.
Elisabeth hatte allerdings nur die Vormundschaft für ihren katholischen Sohn Erich inne und musste ihm 1545 die Herrschaft übergeben; damit kam die Bewährungsprobe für die evangelischen Einwohner des Lands. Es gelang ihnen, den evangelischen Glauben festzuhalten, auch gegen den Druck des katholischen Kaisers und des Herzogs Erich.
Reformation heißt nichts anderes als die Wiederentdeckung der christlichen Freiheit. Für viele Reformatoren und Reformatorinnen war sie das zentrale Motiv, sich für den evangelischen Glauben zu entscheiden.
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Bild: Wikipedia

Über Luther und die Reformation:
Im Gespräch mit Thomas Kaufmann

2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Anlässlich dieses Ereignisses stellte sich der Göttinger Kirchenhistoriker und Vorsitzende des Vereins für Reformationsgeschichte Prof. Dr. Thomas Kaufmann den Fragen von Ingeborg Lüdtke rund um Luther und die Reformation.
Dieses Gespräch wird an folgenden Terminen beim StadtRadio Göttingen wiederholt gesendet: Dienstag, den 31.10.2017 um 10 Uhr, Samstag, den 04.11.2017 um 11 Uhr und Mittwoch, den 8.11.2017 um 11 Uhr. Es ist zu empfangen über die Frequenz 107.1 UKW und im Kabelnetz auf 95,35 UKW.
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Bild: Christian Schräder

Reformationsjubiläum in St. Johannis

von Christian Schräder
(24.10.2017)  Der zentrale Gottesdienst am Reformationstag findet am Dienstag, 31. Oktober 2017 um 11.00 Uhr in der Rats- und Marktkirche St. Johannis in Göttingen statt. Im Gottesdienst wird auch das Abendmahl gefeiert. Dazu werden Kelche und Patenen aus allen Regionen des Kirchenkreises mitgebracht. Damit findet die Verbundenheit der Gemeinden im Kirchenkreis einen sinnfälligen Ausdruck. Die Predigt wird Superintendent Friedrich Selter halten.
Musikalisch wird der Gottesdienst gestaltet durch die Göttinger Stadtkantorei und das Kammerorchester „Göttinger Collegium“ unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Bernd Eberhardt sowie durch den Kreisposaunenchor, geleitet von Kreisposaunenwart Christoph Rüling. Dabei erklingt ein breites Spektrum evangelischer Kirchenmusik. Neben klassischen Chorälen wird auch neues geistliches Liedgut zu Gehör gebracht.
Im Anschluss an den Gottesdienst informieren unterschiedliche Initiativen im Kirchenkreis und in den Gemeinden über ihr Engagement und laden damit zugleich zum Verweilen und zur Kommunikation ein.
Die Vorbereitungsgruppe, die Superintendent Selter zu diesem festlichen Ereignis zusammengestellt hat, soll den ganzen Kirchenkreis in seiner Vielfalt abbilden. So hat er jeweils eine Pastorin bzw. einen Pastor sowie eine bzw. einen ehrenamtlich Mitarbeitende(n) aus den zehn Regionen des Kirchenkreises für die Ausgestaltung des Tages gewonnen. Ebenso wirkten in diesem Kreis der Vorstand des Kirchenkreistages und die Leiterinnen der Neuen Arbeit Brockensammlung, der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, der Kirchenkreissozialarbeit für den Diakonieverband sowie der stellvertretende Leiter des Kirchenkreisamtes am Gelingen des Vorhabens mit.
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Bild: Sieglinde Erben-Rickelt

"Bist du sicher, Martinus?"

(06.10.2017) Am 19. Oktober 2017 um 19.30 Uhr liest im Moritz-Jahn-Haus am Thie in Geismar, gegenüber der Kirche St. Martin, Sieglinde Erben-Rickelt die Tischreden der Katharina von Bora. Kurzfristig konnten die Kirchengemeinden Kreuz, St. Martin und Stephanus diese Szenische Lesung noch im Rahmen des Reformationsjubiläumsjahres nach Göttingen holen.
Während Luthers Frau Katharina den Brotteig knetet, denkt sie über ihre Beziehung zu ihrem Mann nach. Grundlage dieses Stückes ist das Buch "Wenn du geredet hättest, Desdemona" von Christine Brückner. Diese ungehaltenen Reden ungehaltener Frauen liest und spielt die Schauspielerin nach.
Auf der Bühne knetet Erben-Rickelt tatsächlich Teig! Die daraus gebackenen Brötchen gibt es in der Pause der Veranstaltung, deren Eintritt nichts kostet. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten.

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Der 'Herbst des Mittelalters' und die Reformation

Das Tagesprojekt "Der 'Herbst des Mittelalters' und die Reformation" im Geisteswissenschaftlichen Schülerlabor YLAB der Universität Göttingen wendet sich zunächst dem Begriff der Krise als Bezeichnung historischer Umbruchsprozesse zu. Die kulturellen Polaritäten des späten Mittelalters werden beleuchtet, um vor dieser Folie Luthers Transformation der Frömmigkeit beleuchten zu können. Anhand der Analyse frühneuzeitlicher Flugschriften und illustrierter Flugblätter wird das Zusammenwirken von Medienrevolution und Reformation erfahrbar. Wie die Reformation praktisch umgesetzt wurde, wird anhand von zeitgenössischen Berichten zur Einführung der Reformation in Göttingen analysiert. Anhand der "Zwölf Artikel" der Bauernschaft wird der Zusammenhang von Reformation und Bauernkriegen erarbeitet bevor die politischen Auswirkungen im Zuge der "Fürstenreformation" untersucht werden. Rezeptionsweisen der Reformation werden anhand von Lutherbildern der vergangenen 500 Jahre in den Blick genommen.

Der Workshop kann nach Absprache auch um ein Modul erweitert werden, das die Ausstellung "1529 – Aufruhr und Umbruch" (bis 31.12.2017 im Städtischen Museum Göttingen) einbezieht.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe
  • kann von Gruppen bis zu 30 Personen im Kurs- bzw. Klassenverband sowie von Einzelinteressierten besucht werden
  • dient der Abiturvorbereitung
  • dauert in der Regel 6-7 Stunden
  • kostet nur  2 €/TeilnehmerIn
(-> Weitere Informationen)
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Bild: Johannes Broermann, kpg

Reformationsausstellung
im Stadtmuseum

von Dr. Johannes Broermann,
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
bei der
Katholischen Kirche im Dekanat Göttingen

(18.05.2017
) In Göttingen setzt sich 1529 innerhalb kurzer Zeit die Reformation durch. Eine Sonderausstellung im Stadtmuseum beleuchtet das Ereignis.
Der "Englische Schweiß" wütet 1529 in Europa, zahlreiche Menschen sterben an der Seuche. Da beschließt der Göttinger Stadtrat, bei einer Prozession um Schutz und Gottes Hilfe zu beten. So ziehen am 24. August die Bürger von Kirche zu Kirche.
Doch plötzlich kommt es zu einem Tumult: Eine Gruppe um die "Neuen Wollenweber" beginnt lauthals, ein Kirchenlied Martin Luthers auf Deutsch zu singen. Die Wollenweber waren gut 40 Jahre zuvor wegen ihrer handwerklichen Fähigkeiten angeworben worden. Allerdings blieben sie rechtlich und sozial benachteiligt.
Wollenweber ersingen "neuen Glauben"
Im weiteren Verlauf versucht die Gruppe mehrfach, die Prozession zu stören und wird wohl erst durch ein alles übertönendes Orgelspiel in der Paulinerkirche gestoppt. Dennoch setzt sich innerhalb weniger Wochen die Reformation durch, immerhin ohne gewaltsame Ausschreitungen. Im Oktober wird der erste Gottesdienst nach "neuem Glauben" gefeiert, wieder in der Paulinerkirche.
Das Ereignis und seine Folgen stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung im Stadtmuseum. Auf einem leuchtenden Stadtplan kann der Prozessionsweg nachvollzogen werden. Zu sehen sind bisher noch nie gezeigte Objekte, wie die neue Kirchenordnung aus dem Jahr 1531 mit einem Vorwort Luthers. Zu den Ausstellungsstücken gehört auch ein Bierkrug mit Luther und Melanchthon. Sein Besitzer konnte so ein öffentliches Bekenntnis zur neuen Lehre ablegen.
Auch die politischen, kulturellen und religiösen Bedingungen, unter denen die Menschen damals handelten, werden thematisiert. Dafür wurde die ständige Sammlung zur Kirchenkunst in ein neues Licht gesetzt. Expertenstimmen erläutern an Audiostationen einzelne Stücke. Wertvolle sakrale Objekte wie Kelche zeugen vom Denken und Handeln der Menschen - vor und nach der Reformation.
Zu sehen ist "1529. Aufruhr und Umbruch" bis 31. Dezember dienstags bis freitags zwischen 10 und 17 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr im Stadtmuseum Göttingen (Ritterplan 7/8). Der Eintritt kostet 5 Euro. Vom 9. September bis 19. Oktober zeigt das Museum zusätzlich die Wanderausstellung "Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten" als Leihgabe der Evangelischen Kirche für Hessen und Nassau.
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Bild: Wikipedia

Über Luther und die Reformation:
Im Gespräch mit Thomas Kaufmann

• Zu lesen auf der Webseite der Verlagsgruppe von Vandenhoeck&Ruprecht (www.v-r.de) •

2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Anlässlich dieses Ereignisses stellte sich der Göttinger Kirchenhistoriker und Vorsitzende des Vereins für Reformationsgeschichte Prof. Dr. Thomas Kaufmann den Fragen von Ingeborg Lüdtke rund um Luther und die Reformation.

(-> WEITERLESEN)


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Der fünfte Film des Luthermalers Hentschel:


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Bild: Susann Müller

ProCant singt Bachkantate
"Ach Gott vom Himmel sieh darein"

(15.02.2017) Im Rahmen der Reihe "Bachkantaten zu Lutherliedern" gestaltet das Ensemble ProCant am Samstag, dem 4. März 2017 in der Göttinger Citykirche St. Michael und am Sonntag, dem 5. März 2017 in der Kirche St. Martin in Göttingen-Geismar jeweils um 18 Uhr eine Geistliche Abendmusik. Im Zentrum steht dabei die Kantate "Ach Gott vom Himmel sieh darein" (BWV 2) von Johann Sebastian Bach, die auf Text und Melodie des gleichnamigen Chorals von Martin Luther zurückgreift. Dieser Choral wurde schon kurz nach seiner Entstehung zu einem Kampflied der Reformation, bei dem es in Folge der wachsenden Bewegung und der Unruhen schließlich zur Einführung der reformatorischen Kirchenordnung kam.
Das Ensemble ProCant greift die ökumenische Annäherung nicht nur in der Wahl der Veranstaltungsorte, sondern auch im Programm der Abendmusik auf. So wird zu Beginn eine Psalmvertonung von J. D. Zelenka zu hören sein. Der katholische Barockkomponist am Dresdner Hof wurde von seinem Zeitgenossen Bach hoch geschätzt und bildet somit einen reizvollen Gegenpol zum Protestanten aus dem bürgerlichen Leipzig. Verzweiflung über die eigene Fehlbarkeit und den um sich greifenden Unglauben der Menschen scheinen die weiteren Werke des Abends von Kaminski, Mendelssohn Bartholdy und Rheinberger zu vereinen. Doch letztlich wird in allen Kompositionen die Hoffnung auf das erlösende Eingreifen Gottes ausgedrückt.
Als Solisten konnten für diese Abendmusik Sabine Birkenfeld (Alt), Leopold Schmarsel (Tenor) und Stefan Sauer (Bass) gewonnen werden. Das Kammerorchester "Göttinger Collegium", bestehend aus Laienmusikerinnen und -musikern, spielt die Instrumentalpartien. Die Leitung hat Dr. Stephan Diedrich, der neben der Arbeit mit dem Projektchor "ProCant" Organist an der Citykirche St. Michael und seit August 2007 Studienrat für Deutsch und Musik am Eichsfeld Gymnasium in Duderstadt ist.
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Der vierte Film vom Sonntags- und Luthermaler Hans Hentschel



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